Ich schaue gerade so aus dem Fenster und bewundere all die fehlgeschlagenen Versuche menschlicher Erfindungskunst, Tauben in der Innenstadt von Hamburg daran zu hindern, ihrem angeborenen Trieb nach Nachwuchs, Vermehrung und Schlaf nachzugehen. Die meisten dieser Versuche haben etwas metallisches, stacheliges an sich.
Doch wenige Wochen, nachdem emsige Dame und Herren die Abwehrbollwerke installiert und sämtliche Exkremente von den Wänden entfernt haben, sieht es wieder fast so aus wie vor Beginn ihrer Bemühungen.
Kleine Ruinen nicht mehr glänzenden Metalls zeigen, dass Tauben schwerer oder unerschrockener sind als mancher Mensch glauben möchte.
Und so lasse ich meine Gedanken wandern und lande bei meinem Musiklehrer, der in seiner unverwechselbaren Eigenart mit einer Hand am Lautstärkeregler der HiFi-Anlage halb der Klasse zugewandt und ob seiner fehlgestellten Nasenscheidewand atmend als würde er lachen die Reaktionen seiner Schützlinge beobachtete, während diese dem Text von Georg Kreislers Tauben vergiften lauschten und das ein oder andere Mal loskicherten. Kinder, das waren noch Zeiten...

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