Keine Angst, ich möchte jetzt hier keine Glaubensdiskussion vom Zaun brechen und irgendwie haben der eigene Glauben und Kirche nicht zwingend etwas miteinander zu tun, aber wenn die (wenn auch anderskonfessionelle) Kirchengemeinde des Heimatortes mal ein Rockkonzert (Verzeihung, Jugendkonzert) veranstaltet, ist es irgendwie Pflicht, mal vorbeizuschauen, denke ich.
So stand ich nun also mit meiner Herzallerliebsten am Sonnabend in diesem Zelt und lauschte den teilweise gar nicht mal ungefälligen Klängen der Kapelle (den Link erspare ich mir trotzdem) und beobachte mit einem bis zwei Augen die Menschen vor mir.
Es ist wie damals, nur die Klamotten sind andere. Wo früher Palästinensertücher und Wildlederjacken das Bild beherrschten, sind es heute überwiegend schwarze T-Shirts und extrem coole Skaterhosen. Aber die Menschen, die da drin stecken, sind immer noch die selben. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber Mitglieder von Kirchengemeindenjugendgruppen sind immer ein bißchen anders als andere Menschen der gleichen Altersgruppe, immer wahnsinnig gut drauf und auch bemüht, andere mit ihrer Segnung anzustecken, ja, irgendwie total unsensibel für den Andersdenkenden. Aber es macht ja auch alles so viel Spaß und es ist alles so großartig, da muss man ihnen das wohl nachsehen.
Oder sollte man ihnen mal Bescheid sagen?
Bei uns damals gab es noch so eine Gruppe von Menschen, das waren die in Jugendabsplitterungen der großen politischen Parteien Tätigen. Die hatten zwar einen anderen missionarischen Auftrag, haben sich aber im Prinzip genau so verhalten.
Wahrscheinlich ist meine griesgrämige, unmotivierbare Außenwirkung zu solchen Anlässen eine angelernte Abwehrreaktion auf die Animateurmentalität dieser Menschen, die nicht verstehen, dass es auf Gottes Erde auch Menschen gibt, die nach innen genießen oder einfach die Musik nicht gut finden.

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