28.09.2006

Exodus

So, es ist ja nun gerade mal ein Jahr her, als der martialische Kahlschlag durch meine Firma ging.
Heute nun die Steigerung.
Im Zuge der sogenannten "Headcuts" (Originalsprache der Unternehmensberatung Venturis) ist nicht nur meinem Chef und zwei meiner direkten Arbeitskollegen gekündigt, sondern nebenbei auch noch die komplette Firma, die meiner Angebeteten Arbeit gab, geschlossen worden.
Zusätzlich noch meinem absoluten Lieblingsschatz, der die früher so genannte Firmenphilosophie mit der Muttermilch aufgesaugt zu haben schien.
Da sitze ich nun also hier und freue mich auf der einen Seite, dass ich auch für das nächste halbe Jahr noch weiß, wie ich meine Rechnungen bezahlen soll, auf der anderen Seite aber einen derartig dicken Hals habe, dass ich absolut keine Lust mehr habe, in dieser Trümmerfabrik weiter zu arbeiten.
Kann es denn wirklich sein, dass das ganze Werken und Tun nur der Befriedigung der finanziellen Interessen weniger dient? Wie kann man eine Firma mit einem solchen guten Ruf nur derartig in die Grütze reiten, nur, weil die Führungs- und Aufsichtsratebene sowas von die Taschen vollstopft?
Es ist mir einfach unbegreiflich.
Und ich kann mich nicht mal richtig beschweren, denn ich habe ja noch einen Job.
Einfach zum Kotzen.

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