So, nun um einige Informationen, Gedankengebilde, Gespräche und zwischenmenschliche Katastrophen reicher, schwanke ich zwischen anerkennendem Nicken und purer Fassungslosigkeit.
Der Gedanke hinter der Tatsache, eine ganze Firma mit 35 Mitarbeitern zu schließen, ist offensichtlich der, sich der Ansprüche auf Abfindungen zu entledigen.
Der Großteil der Menschen, der in der angesprochenen Firma arbeitet(e), ist länger als 10 Jahre für diese tätig und dementsprechend würde eine gezahlte Abfindung schon einen beträchtlichen Batzen Geldes ausmachen. Um dieses Geld behalten zu können, schließt man also einfach die ganze Firma und beraubt die ehemaligen Mitarbeiter damit der Partei, an die sie Ansprüche hätten stellen wollen oder können.
Moralisch ist das wohl als mehr als verwerflich zu bezeichnen, rechtlich offensichtlich aber völlig in Ordnung.
Und die angesprochene Unternehmensberatung Venturis AG bedient sich dieser Möglichkeit.
Das fordert doch einigen Respekt ab, zumindest dann, wenn man die Sache aus sachlicher, finanzieller, nicht aus menschlicher, sozialer oder sichvonetwaswieeinerSockeoderZahnpastatubeunterscheidender Sicht sieht.
Was mich daran so auf die Palme bringt, ist in erster Linie, dass gerade die Menschen, die schon so lange in der Firma sind, mittlerweile desöfteren zum Durchhalten angehalten wurden, die sich mit ihrer Herzen Blut in den Gedanken hinter dieser Firma eingebracht haben, schwierige Zeiten, mehr Abs als Aufs durchgestanden haben, ohne den leichteren Weg außerhalb dieser Firma zu gehen, nun einfach am Ende der jahrelangen Verscheißerung mit einem Arschtritt an die Luft gesetzt werden und als letztes das hämische Grinsen in den Gesichtern der "Abwickler" erkennen, nachdem sie ein verschüchtertes Wort "Abfindung" in den Raum geworfen haben.
Für alle BWL-Studenten mag das ja ein Lehrstück sein, für mich als Mensch ist das nicht erstrebenswert.
Nun will ich mich aber mal nicht weiter darüber auslassen, sonst fängt es langsam an, lächerlich zu werden.
Ich melde mich, wenn die Venturis AG ihren nächsten Schachzug publik macht.

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